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SCHLAFENDE MÄNNER

von Martin Crimp
Deutsch von Ulrike Syha
ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG
Regie: Tomas Schweigen

Premiere am 8. November 2018
 
Was kann es Brenzligeres geben als das spontane Treffen zweier Paare? In Martin Crimps neuem Horrortrip geht es um alles: Liebe, Arbeit, Kunst und Leben.   

Zwei Uhr nachts in einer eleganten Altbauwohnung. Julia und Paul stehen mitten im Leben, in ihren besten Jahren. Sie haben es geschafft. Julia ist renommierte Wissenschaftlerin; sie forscht zum Wiener Aktionismus. Paul ist gefragter Musikproduzent. Doch der berufliche Erfolg ist nicht alles. Es kriselt zwischen den beiden, ihre Beziehung hängt am seidenen Faden. Hätte vielleicht ein Kind dem Zusammenleben eine neue Wendung geben und ihre Ehe retten können? Als die ganz großen Fragen im Raum stehen, klingelt es plötzlich. Josefine und Tilman stehen vor der Tür. Josefine arbeitet seit einigen Tagen mit an dem von Julia geleiteten Forschungsprojekt. Man plaudert, man trinkt, man tastet sich ab. Nach und nach beginnt die Situation, aus dem Ruder zu laufen. Was wollen die beiden? Wie kommt es zu diesem nächtlichen Besuch? Immer mehr Alkohol fließt, die sexuelle Anziehung wird stärker und stärker. Plötzlich ist Julias Auftraggeber am Telefon.

Zwischen absurder Komödie und psychologischem Kammerspiel entwickelt Martin Crimp einen Horrortrip mit unklarem Ausgang. Mit aller Härte kämpfen seine Figuren um ihre Position in den Machtkonstellationen der Generationen, der Geschlechter, der beruflich Arrivierten und der Aufsteiger.

Martin Crimp ist ein Meister des Surrealen, eine Art David Lynch des Theaters. In seinem neuen Stück spielt er mit vielfältigen Wiener Referenzen, von Maria Lassnigs Bildern bis zu den Aktionen Otto Mühls und Rudolf Schwarzkoglers. Inspiration für den Titel seines neuen Stücks lieferte Lassnigs Gemälde »Schlafende Männer«. Pate stand außerdem Edward Albees »Wer hat Angst vor Virginia Woolf«, Klassiker des Hollywood- Kinos und Sternstunde im Genre der theatralen Zimmerschlachten von August Strindberg bis Yasmina Reza. Alle diese Geschichten changieren zwischen Horror und Komödie. Zwischen den Zeilen seines Stücks lässt Crimp eine flirrende, bedrohliche Atmosphäre entstehen. In der abgründigen Welt der »Schlafenden Männer« gibt es keine Trennung mehr zwischen Leben und Arbeit, die Aufopferung für den eigenen Job scheint buchstäblich grenzenlos geworden. Auch fällt es immer schwerer, zwischen Kunst und Realität zu unterscheiden – fast wie in einer Arbeit des Wiener Aktionismus fließt schließlich Blut.  

BIBLIOTHEK


Claire Hoffmann »Der Schlaf der Männer gebiert wache Frauen« (PDF)

Alexandra Matzner »Ohne Sicherheitsnetz und doch völlig geschützt« (PDF)

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