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GRELLE TAGE

von Selma Matter
URAUFFÜHRUNG, Gewinnerstück des Hans-Gratzer-Stipendiums 2022
Regie: Charlotte Lorenz

Premiere am 12. Jänner 2023, 20 Uhr AUSVERKAUFT

Folgetermine:
14. Jänner 2023, 20 Uhr > Karten kaufen
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27. Jänner 2023, 20 Uhr > Karten kaufen

Aufführungsdauer: ca. 70 Minuten

Jakutsk. Das ewige Eis schmilzt. Ganze Häuser verlieren bereits ihren Halt und versinken im schlammigen Boden. Aber Achtung: Nicht nur in Sibirien, auch anderswo hinterlässt die menschengemachte Klimakrise lebensbedrohliche Spuren. In der Schweiz zwingen Steinschläge das Matterhorn zum Schrumpfen und in Brandenburg weicht ein See allmählich einem trockenen Muschelfeld. Gibt es noch Hoffnung für die Erde? Ein 13.000 Jahre alter Wolfshund und der 13-jährige Mensch Jo wagen sich auf die Mission, den Lauf der Geschichte doch noch zu verändern.

Zur gleichen Zeit versuchen Archäolog:innen und Mammutdealer am Rande einer Ausgrabungsstätte Mammuts wieder zum Leben zu erwecken und mit Elfenbein zu handeln. Was soll das eigentlich werden? Die Dinge geraten zunehmend aus dem Gleichgewicht – nicht nur der uralte Körper des Hundes zerfällt allmählich, sondern ganze Ökosysteme.

Selma Matter verschränkt in GRELLE TAGE kunstvoll Zeitebenen und unterschiedliche Schauplätze und führt vor Augen, was es heißt mehr-als-menschliche Verbindungen zu knüpfen. Gemeinsam mit einem Ensemble von sechs Spieler:innen spannt Regisseurin Charlotte Lorenz aus der vielschichtigen Erzählung und mit Bezügen zu Bildender Kunst und Film & Fernsehen einen explorativen Theaterabend, der dem gesellschaftlichen Phänomen einer zunehmenden Klimaangst auf den Zahn fühlt.

»Grelle Tage« ist unter dem Arbeitstitel »Aus dem Eis« im Rahmen des Hans-Gratzer-Stipendiums entstanden.

In drei Szenen (in denen die Schauspieler:innen aus ihren Figuren heraustreten) wurde Selma Matters Stücktext durch im Probenprozess entstandene Dialogtexte ergänzt.


Mit freundlicher Unterstützung von literar mechana

BIBLIOTHEK

Hannah Zufall "Über Tiere als Metaphern des allzu Menschlichen" (Schauspielhaus Magazin 22/23)

Gespräch mit Thomas Köck, Selma Matter & Marlene Seidel (Schauspielhaus Magazin 22/23)

ROLLSTUHLPLATZ: Aufgrund der gedrehten Bühnenstituation ist der barrierefrei zugängliche Rollstuhlplatz (Balkon Links) bei "GRELLE TAGE" nicht verfügbar. Bitte um rechtzeitige Voranmeldung unter +43/1/3170101-18 bzw. karten@schauspielhaus.at.

Pressestimmen

„Mit GRELLE TAGE konnte die 1998 in Zürich geborene Autorin Selma Matter im Vorjahr das Hans-Gratzer-Stipendium gewinnen. Die Klimakatastrophe wird in dem Stück überall greifbar: In Brandenburg trocknet ein See aus, das Matterhorn zerbröselt, und in Sibirien taut der Permafrost auf. Forscher und Häuser versinken im Schlamm, über tausende Jahre konservierte Tiere kommen an die Oberfläche.“ APA
 
„Mitgemeint sind in der witzigen und leichtfüßigen Uraufführung in der Wiener Porzellangasse immer auch die Debatten. (…) Noch wird man Autorin Matter nicht in eine Reihe mit Dramatikerinnen wie Marieluise Fleißer oder Dea Loher stellen wollen. Doch bei allen postdramatischen Schnippchen, die die Aufführung schlägt, bleibt ein polemisch heißer Atem spürbar. An der Klimadebatte entzündet sich immer vehementer die Frage nach unser aller Wohl und Wehe. Noch gebricht es der heutigen Protestkultur an Ironie. Doch Aufführungen wie diese zu Recht akklamierte 70-minütige im Schauspielhaus enthalten das, was Bertolt Brecht einst "Vorschläge" nannte.“ Der Standard
 
„Die Menschheitsdämmerung erhält hier märchenhafte Züge. (…) Gespielt wird mit Elan und Hingabe.“ DIE PRESSE

„Dystopisch unwirklich und doch als reale Warnung ist der Theatertext von Selma Matter verfasst. (…) Mit GRELLE TAGE zeigt das Schauspielhaus das Stück einer jungen Autorin und einer jungen Generation, die nicht die letzte sein will. Unheimlich ist dabei nur der Mensch. Und der ums Überleben kämpfende Wolf – das sind bald wir alle…“ Ö1
 
„Bei der Uraufführung von GRELLE TAGE hängt nun der Klimawandel als Damoklesschwert über dem Geschehen. Eine Archäologin und ihr Assistent wollen im schmelzenden Eis bei Jakutsk Mammuts vor Elfenbeinjägern – „Mammutdealern“ – schützen und stecken bald im Schlamm fest. Da wird ein Tausende Jahre alter Wolfshund aufgetaut und beginnt zu leben. Der „zerfledderte Hund“ irrt durchs Gelände, während ein weiß gekleideter Mensch die Katastrophe durch die Klimaerwärmung prophezeit. (…) Bemerkenswert ist vor allem wie der Bub Werner-Lobo schauspielerisch mit dem Ensemble problemlos mithalten kann – zuerst in der Rolle des Hundes, dann als Prophet. Er ist der Star des Abends.“ Wien live
 
„Das Stück beziehungsweise seine Inszenierung durch Charlotte Lorenz hat gute, doppelbödige Momente, zum Beispiel wenn der Matterhorn-Steinschlag durch Pingpong-Bälle verbildlicht wird oder wenn Jo in Posen verschiedener Kunstwerke, wie Munchs "Schrei", gebogen wird, um ihn klimaklebergleich mit Tomatensuppe zu bewerfen…“ Wiener Zeitung

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