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„VORTRAG ÜBER NICHTS“ FRANUI & WOLFRAM BERGER

ZU GAST IM SCHAUSPIELHAUS

„VORTRAG ÜBER NICHTS“
FRANUI | WOLFRAM BERGER, Lesung

am 22. Dezember 2021, 19:30 Uhr > Karten kaufen

Ich habe nichts zu sagen, und ich sage es, und das ist Poesie, wie ich sie brauche.

John Cages „Lecture on Nothing“ von 1949 ist einer der wichtigsten Texte der experimentellen Literatur des 20. Jahrhunderts und es werden darin große Themen verhandelt: Liebe, Einsamkeit, Stille, Wiederholung, Erinnerung, Poesie. Lauter romantische Sujets also, angereichert durch einen lapidaren Tonfall und jede Menge hintergründigen Witz. Irgendwo dazwischen liegt der Dreh- und Angelpunkt, an dem die musikalischen Welten von Cage und Franui zusammenfinden:

… ich fange an, die alten Klänge zu hören als seien sie nicht verbraucht. Offenbar sind sie’s nicht. Sie sind ebenso hörbar wie die neuen Klänge. Das Denken hatte sie verbraucht. Und wenn man aufhört, über sie nachzudenken, sind sie plötzlich frisch und neu.

Frisch und fröhlich spielt die Musicbanda Franui an dem „Vortrag über nichts“ entlang, mit melodischen Versatzstücken aus der Musikgeschichte und einer Überschreibung von John Cages 1947 komponierten Version der Vier Jahreszeiten, genannt „The Seasons“. Dazwischen und dazu liest Wolfram Berger die kongeniale deutsche Übersetzung von Ernst Jandl. Das Ergebnis ist ein wendungsreicher und unterhaltsamer Abend – über nichts!

Musik:
nach Henry Purcell, Wolfgang Amadeus Mozart, Erik Satie, Anton Webern,
Robert Schumann, Béla Bartók und John Cage

Text:
John Cage: Vortrag über nichts

In Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Alsergrund mit Unterstützung von Basis.Kultur.Wien





Musicbanda FRANUI | Biografie


Franui ist der Name einer ganz bestimmten Almwiese im kleinen, 1.402 Meter über dem Meer gelegenen Osttiroler Dorf Innervillgraten, in dem die Musiker von Franui großteils aufgewachsen sind. Das Wort ist rätoromanischen Ursprungs und verweist auf die geografische Nähe Innervillgratens zum ladinischen Sprachraum in den Dolomiten. Die Musicbanda gleichen Namens spielt seit 1993 in nahezu unveränderter Besetzung und ist bei den renommiertesten Festivals und Konzerthäusern zu Gast, u.a. bei den Salzburger Festspielen, den Bregenzer Festspielen, der Ruhrtriennale, dem Holland Festival, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, den Münchner Opernfestspielen, dem Klara Festival Brüssel, im Burgtheater Wien, in der Staatsoper Unter den Linden Berlin, der Philharmonie Köln, der Elbphilharmonie Hamburg, der Philharmonie Luxembourg, dem Schauspielhaus Zürich, dem Wiener Konzerthaus oder der Philharmonie de Paris, um nur wenige zu nennen. Mit ihren Aneignungen der Lieder von Schubert, Schumann, Brahms und Mahler wurde die Musicbanda Franui über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Dabei versteht sich das Ensemble als »Umspannwerk zwischen Klassik, Volksmusik, Jazz und zeitgenössischer Kammermusik«; manches Mal wird die klassische Vorlage in all ihrer Schönheit liebevoll zelebriert, manches Mal vom Kopf auf die Füße gestellt (oder umgekehrt), skelettiert, angereichert, übermalt, weitergedacht. Die Grenzen zwischen Interpretation, Improvisation, Arrangement und (Re-)Komposition verschwimmen. Bei ihren Konzerten und Musiktheaterproduktionen verbünden sich die MusikerInnen häufig mit herausragenden BühnenpartnerInnen wie dem Bariton Florian Boesch, dem Autor Hans Magnus Enzensberger, dem Puppenspieler Nikolaus Habjan, dem Wienerlied-Duo »Die Strottern«, dem Maskentheater-Ensemble »Familie Flöz«, dem Chor des Bayerischen Rundfunks, dem Filmemacher Alexander Kluge, dem Videokünstler Jonas Dahlberg oder den SchauspielerInnen Dörte Lyssewski, Dagmar Manzel, Sven-Eric Bechtolf oder Peter Simonischek. Im Wiener Konzerthaus gestaltet Franui seit 2015 jährlich im Mai das Festival »Gemischter Satz«, bei dem Musik, Bildende Kunst, Literatur und Wein in einem neuen Zusammenspiel präsentiert werden. Die CDs von Franui erscheinen beim Label col legno und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erhielt »Ständchen der Dinge«, das Album zum 25. Geburtstag des Ensembles, 2018 den renommierten »Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik«.

Musicbanda FRANUI:
Johannes Eder, Klarinette & Bassklarinette
Andreas Fuetsch, Tuba
Romed Hopfgartner, Sopran-, Altsaxophon & Klarinette
Markus Kraler, Kontrabass & Akkordeon
Angelika Rainer, Harfe, Zither & Gesang
Bettina Rainer, Hackbrett & Gesang
Markus Rainer, Trompete & Gesang
Andreas Schett, Trompete, Gesang & musikalische Leitung
Martin Senfter, Ventilposaune & Gesang
Nikolai Tunkowitsch, Violine