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AUTOR*InnENFÖRDERUNG

HANS-GRATZER-STIPENDIUM

Das Schauspielhaus hat sich in den letzten Jahren in der Förderung innovativer Nachwuchsautor*innen beträchtliches Renommee erworben und fühlt sich dieser Aufgabe auch weiterhin in besonderer Weise verpflichtet. Deshalb wird jährlich das in Zusammenarbeit mit der literar mechana ausgelobte Hans-Gratzer-Stipendium vergeben. Das Stipendium umfasst einen Workshop mit einer* renommierten Mentor*in und eine öffentliche Präsentation der Entwürfe. Im Anschluss an die Präsentation wird ein*e Sieger*in gekürt, die den mit dem Hans-Gratzer-Stipendium verbundenen Werkauftrag erhält. Der weitere Schreibprozess wird durch die Dramaturgie des Schauspielhauses begleitet und das Siegerstück am Schauspielhaus Wien uraufgeführt.
In den letzten Jahren wurden die mit dem Stipendium ausgezeichneten Stücke wiederholt zu wichtigen Festivals eingeladen. Das 2016 prämierte Siegerstück »Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt« wurde zu den Autorentheatertagen des Deutschen Theaters Berlin eingeladen und für den Nestroy Theaterpreis nominiert. Autorin Miroslava Svolikova wurde bei den Autorentheatertagen 2017 als einzige Autorin mit zwei Werken präsentiert. Enis Maci, die Preisträgerin von 2017, wurde 2018 und 2019 zur Nachwuchsautorin des Jahres gewählt. Ihr Stück »Mitwisser« wurde für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert, zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen und bereits an mehreren anderen Theatern nachgespielt.
Bis Ende November 2019 sind interessierte Dramatiker*innen herzlich eingeladen, ein Schreibvorhaben einzureichen. Die detaillierte Ausschreibung mit den genauen Teilnahmekriterien finden Sie hier. Nach einer ersten Vorauswahl werden fünf Autor*innen die Gelegenheit haben, in einem Workshop unter der Leitung von Anne Lepper an ihren Entwürfen zu arbeiten und über ihr Verständnis von Autor*innenschaft ins Gespräch zu kommen. Die letzten Mentor*innen des Hans-Gratzer-Stipendiums waren:
Falk Richter (2016), Kathrin Röggla (2017), Wolfram Lotz (2018) und Nis-Momme Stockmann (2019).

Im Anschluss an den Workshop werden die Entwürfe im Mai 2020 öffentlich präsentiert und ein*e Sieger*in gekürt, die den mit dem Hans-Gratzer-Stipendium verbundenen Werkauftrag erhält. Der Schreibprozess wird intensiv durch die Dramaturgie des Schauspielhauses begleitet. Das Siegerstück wird 2020/21 am Schauspielhaus Wien uraufgeführt.

Aus 110 Bewerbungen hat das Schauspielhaus sechs Kandidat*innen ausgewählt, die wir in den kommenden Monaten in ihrem weiteren Schreibprozess begleiten möchten. Im Rahmen eines Autor*innen-Workshops mit der Dramatikerin Anne Lepper werden sie an ihren Stückentwürfen weiterarbeiten. In diesem Jahr nehmen Caren Jeß, Ariane Koch, Elias Kosanke, Anna Neata und das Duo Ivana Sokola & Jona Spreter teil. Am 22. Mai 2020 werden die Entwürfe in einer Kooperation des Schauspielhauses mit dem Max Reinhardt Seminar und LE STUDIO Film und Bühne öffentlich präsentiert und die Gewinner*in des Hans-Gratzer-Stipendiums 2020 bekannt gegeben.

Im letzten Jahr wurde Wilke Weermann für „ANGSTBEISSER“ ausgezeichnet. Die Uraufführung in der Regie von Anna Marboe wird ab 27. Februar 2020 im Schauspielhaus zu sehen sein.


Hans-Gratzer-Stipendium 2020: Das Finale

 
Online-Präsentation der Finalist*innen-Entwürfe des Hans-Gratzer-Stipendiums 2020
 

Leider kann das für den 22. Mai geplante Finale des Hans-Gratzer-Stipendiums nicht wie üblich analog stattfinden. Dennoch möchten wir unserem Publikum die Entwürfe der der fünf Finalist*innen Caren Jeß, Ariane Koch, Elias Kosanke, Anna Neata und dem Duo Ivana Sokola & Jona Spreter präsentieren - in diesem Jahr haben wir dafür ein besonderes Format entwickelt: zu jedem der fünf Texte wird in Zusammenarbeit mit dem Max Reinhardt Seminar ein Kurz-Hörspiel entstehen. Vom 9.6. bis zum 12.6. hat unser Publikum die Möglichkeit, auf unserer Webseite für Euren Lieblingstext abzustimmen und so die Juryentscheidung über die Vergabe des Hans-Gratzer-Stipendiums mitzubestimmen.

Die Finalist*innen 2020:

Caren Jeß »Eleos«
Elias Kosanke »Rosenstengel«
Ariane Koch »Meine toten Freunde (Dinosauriermonologe)«
Anna Neata »Oxytocin Baby«
Sokola//Spreter »Tierversuch«
 
Caren Jeß, (*1985) in Eckernförde, schreibt Dramatik, Prosa, Lyrik und Drehbuch. Mit ihrem Theaterstück „Bookpink“ gewann sie 2018 die Residency des Münchner Förderpreises für deutschsprachige Dramatik, es folgten Einladungen zum Heidelberger Stückemarkt (2019) und zu den Mülheimer Theatertagen (2020). „Der Popper“ wurde mit dem Else-Lasker-Schüler Stückepreis 2020 ausgezeichnet. Für ihre „Ballade von Schloss Blutenburg“ erhielt sie den Publikumspreis des 26. open mike – Wettbewerb für junge Literatur. Sie leitete außerdem Schreibworkshops in Berliner Justizvollzugsanstalten.

Elias Kosanke studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin, sowie Kulturwissenschaften in Frankfurt (Oder) und Lissabon. Er ist Theater- und Hörspielautor und Spoken Word Künstler und veröffentlicht seine Texte in Magazinen. 2018 wurde sein Stück „Blasen“ am Weiten Theater Berlin als Puppenspiel inszeniert. Zusammen mit dem Theaterkollektiv Toktoy erhielt er für das Stück „Makeover“ 2018 den 1. Preis vom Freisprung Festival Rostock. „Makeover“ wurde im Ringtheater Berlin wiederaufgeführt. Sein Stück „Hier Kein Sex“ wurde 2019 als Werkstattinszenierung im BAT Studiotheater aufgeführt und anschließend in der Autorenwerkstatt am Deutschen Theater inszeniert. Seit 2019 arbeitet er zusammen mit Fayer Koch im Schreibkollektiv Taxi Boytoy.

Ariane Koch (*1988) studierte bildende Kunst, Interdisziplinarität sowie einige Semester Philosophie und Theaterwissenschaft in Basel und Bern. Sie schreibt Theater-, Performance- und Prosatexte – oft in Kollaboration mit der Theatergruppe GKW (Moïra Gilliéron, Ariane Koch und Zino Wey) oder der Künstlerin Sarina Scheidegger. Sie erhielt verschiedene Stipendien wie den Dramenprozessor, eine Hausautorschaft am Luzerner Theater, Aufenthaltsstipendien am Literarischen Colloquium in Berlin oder am Cité internationales des Arts in Paris, sowie einige Werkbeiträge des Kantons Basel-Stadt und der Pro Helvetia. Aktuell arbeitet sie an ihrem ersten Roman „Die Aufdrängung“.

Anna Neata, (*1987) in Salzburg, studiert seit 2016 Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihre Texte veröffentlichte sie unter anderem in der Jenny und Adopted Zine.
 
Ivana Sokola (*1995) und Jona Spreter (*1994) studieren Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihre kollektive Autor*innenschaft verstehen sie als das Ineinanderlegen ihrer Handschriften und Sprachen, als ein Arbeiten gegen die Vereinzelung im Theater, im Text und allgemein. Mit ihrer Band DOERROBSTPHASE spielten sie auf dem Britney X Festival des Schauspiel Köln und beim State of the Art Festival der Universität Hildesheim. Im Juni 2020 werden sie am Festival 4+1 – Treffen junger AutorInnen des Schauspiel Leipzig teilnehmen.

Die letzten Preisträger*innen:



Wilke Weermann, 2019
Sean Keller, 2018
Enis Maci, 2017
Miroslava Svolikova, 2016

Die Finalist*innnen 2019:
HANS-GRATZER-STIPENDIUM 2019: DAS FINALE
Autor*innen:
Svenja Viola Bungarten, Simon-Philipp Gärtner, Annika Henrich, Johannes Koch, Wilke Weermann

Die Finalist*innnen 2018:
HANS-GRATZER-STIPENDIUM 2018: FEINE UNTERSCHIEDE - DAS FINALE
Autor*innen:
.neutro, Amirabbas Gudarzi, Sean Keller, Eleonore Khuen-Belasi, Alexandra Pâzgu, Maxi Zahn

Die Finalist*innnen 2017:
HANS-GRATZER-STIPENDIUM 2017: Natur vs Kultur - DAS FINALE
Autor*innen:
Malte Abraham, Lisa Danulat, Enis Maci, Anna Morawetz, Anatol Vitouch

Die Finalist*innnen 2016:
HANS-GRATZER-STIPENDIUM 2016: EUROPA 2057 - DAS FINALE
Autor*innen:
Werner Manuel Bräuer, Clara Galistl, Anna Gschnitzer, Sophie Nikolitsch, Miroslava Svolikova

Das Hans-Gratzer-Stipendium ist ein Projekt des Schauspielhauses Wien.
Das Preisgeld wird gestiftet von literar mechana


Kontakt:


 

ARBEITSATELIER


Das DRAMA FORUM von uniT Graz, eine der wichtigsten Ausbildungsstätten für Szenisches Schreiben im deutschsprachigen Raum, ist ein enger Arbeitspartner des Schauspielhauses in der Förderung zeitgenössischer Autor*innen. Mit dem »Arbeitsatelier« wurde 2015 ein neues Kooperationsprojekt mit uniT gestartet. Im Rahmen des mehrjährigen Programms wird mit Formen kollektiver Autorschaft zwischen Autor*innen und Regisseur*innen experimentiert. Die Produktion »Blei«, die Ivna Žic und Tomas Schweigen gemeinsam entwickelten, eröffnete im April 2017 die Serie der »Arbeitsateliers «. Mehdi Moradpour und Zino Wey setzten sie im Jänner 2018 mit »Ein Körper für jetzt und heute« fort. Als letztes Tandem entwickelten Enis Maci und Franz-Xaver Mayr die Produktion »AUTOS«. Aktuell arbeiten Ewelina Benbenek und Florian Fischer am »Tragödienbastard«.

Das »Arbeitsatelier« wird gefördert von Deutscher Literaturfonds.

Arbeitsatelier seit 2015:



19/20 Ewelina Benbenek
18/19 Enis Maci
17/18 Mehdi Moradpour
16/17 Ivna Žic